Popup-Bike-Lane

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Am 23.05.2020 errichteten wir einen temporären Fahrradweg auf der Prager Straße auf der Höhe des Völkerschlachtdenkmals. Damit wurde ein Zeichen gesetzt für mehr Platz in Leipzig für Radfahrende und Fußgänger*innen.

Seit Corona fühlen sich einige Menschen nicht mehr sicher, den öffentlichen Personenverkehr zu nutzen. Mehr Menschen steigen aufs Auto um anstatt auf ein klimafreundliches Fahrrad. Doch wird die Mobilität nach Corona im urbanen Raum aussehen? Jetzt werden die Weichen gestellt, ob in Zukunft eher das Auto oder das Fahrrad als Verkehrsmittel gewählt wird. Und Städte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, ob wir Verkehrswende schaffen – weg von Abgas-, Lärm- und Staubbelästigung durch den Autoverkehr hin zum Ausbau einer guten Infrastruktur für den Rad- und Fußverkehr. Radfahren muss attraktiver und sicherer gestaltet werden und die Städte fußgängerfreundlich - und nicht autofreundlich - gestaltet werden. Weltweit machen Städte Platz für den Fuß- und Radverkehr – und auch in Deutschland und Leipzig muss etwas passieren!

Fast den ganzen Tag konnte die sonst zweispurige Pragerstraße auf einer kurzen Strecke als Popup-Bike-Lane genutzt werden – was auch einige Menschen, die mit dem Fahrrad auf der Strecke unterwegs waren, nutzten. Wir wählten diese Stelle aus, weil hier besonders deutlich wird, wie wenig der Fuß-und Radverkehr in der Verkehrsplanung beachtet wird. Während hier beidseitig zwei Spuren für den Autoverkehr zur Verfügung stehen, teilen sich Fußgänger*innen und Radfahrende einen schmalen (erst vor kurzem geteerten) Weg. Das macht ein Umsteigen aufs Fahrradfahren nicht besonders attraktiv und erklärt, warum zu Corona-Zeiten Menschen verstärkt auf das Auto als Fortbewegungsmittel zurückgegriffen wird.

Wir fordern jetzt eine Verkehrswende auch in Leipzig: den Ausbau einer guten und sicheren Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr. Den Menschen muss es leicht gemacht werden, das Auto auszuschlagen und auf alternative Fortbewegungsmittel wie das Fahrrad oder den öffentlichen Personenverkehr umzusteigen. Corona darf die Verkehrswende nicht zum Jahre zurückwerfen, sondern wir müssen jetzt einen entscheidenden Schritt in eine Zukunft mit einer nachhaltigen Mobilität machen. Laut einer Greenpeace Umfrage wünscht sich die Mehrheit nachhaltige Veränderungen nach Corona – diese Veränderungen müssen auch im Bereich Mobilität gestaltet werden. 

Ein Interview mit unserem Mobilitäts-Ansprechpartner zum Thema Radwege findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=Z1rWoI8pcGA&feature=emb_title

 

 

 

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