Diesen Samstag!

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Diesen Samstag: Pop-Up-Radweg auf der Prager Straße

Immer mehr Menschen steigen aufs Fahrrad und schützen damit nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch das Klima. Doch in vielen deutschen Großstädten fehlt es an Platz für Fahrradfahrende und Fußgänger*innen. Die neuen Abstandsregeln gegen Corona unterstreichen das. Weltweit verteilen Städte daher in der Pandemie ihren Straßenraum neu. Zuletzt erklärte Brüssel seine Innenstadt zur Tempo 20 Zone, in der Fußgänger*innen und Radfahrende den Vortritt haben. Von Mailand bis Madrid werden Radwege eingerichtet, damit sich Menschen in sicherem Abstand bewegen können. Rechtlich ist das auch in Deutschland leicht möglich, dennoch hat hierzulande bisher nur Berlin Autospuren in Radspuren umgewandelt, so genannte Pop-Up Radwege. „Die rechtlichen Möglichkeiten für sichere Radwege sind da, der Bedarf auch. Was fehlt, ist der politische Wille“, sagt Pauline Hübner, Sprecherin der Greenpeace Ortsgruppe Leipzig.

Damit sich in mehr Städten etwas tut, protestieren Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace am Samstag in über 30 deutschen Städten für sichere, neue Radwege. Auch in Leipzig richten wir einen Pop-Up Radweg ein. Dabei wird am Samstag, 23.05.2020 von 10:00-18:00 Uhr auf der Prager Straße, Höhe des Völkerschlachtdenkmals, stadtauswärts die rechte Fahrspur mit Baken abgetrennt und für Radfahrende geöffnet.

Die Aktion soll daran erinnern, dass durch die Beschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine Verbesserung der Luftqualität erreicht wurde und gleichzeitig der Bedarf an Radverkehrsmöglichkeiten gestiegen ist, da hierbei im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln die Infektionsgefahr geringer zu sein scheint. Eine dauerhafte Verbesserung der Luftqualität reduziert die Atemwegsbelastung bei der sog. Corona-Risikogruppe und trägt so zu einem milderen Krankheitsverlauf bei Patient*innen mit Atemwegserkrankungen bei. Diese Entwicklung soll auch nach dem Abklingen der Pandemie gefestigt werden, da so die allgemeine Gesundheit gesteigert wird. Um die Umsetzung von Maßnahmen zu Verlagerung von Verkehren auf gesunde und umweltfreundliche Verkehrsmittel vor einem Rückfall in das ungesunde und umweltschädliche business-as-usual zu erreichen, muss jetzt gehandelt werden. Ziel der Aktion ist es, die Rolle des Radverkehrs in der Wegebeziehung Prager Straße für den Pendlerverkehr Innenstadt-Südöstlicher Stadtrand und perspektivisch auch Leipzig-Grimma zu diskutieren. Exemplarisch soll das an der besonders kritischen Stelle neben dem Völkerschlachtdenkmal geschehen.

Weitere Informationen zu Pop-Up Radwegen findest Du in der heute veröffentlichten Greenpeace-Kurzexpertise „Städtische Mobilität nach Corona: Auto-Kollaps oder Fahrrad-Boom“ unter www.greenpeace.de.

Kommt am Samstag gerne vorbeigeradelt - wir freuen uns auf Euch!