Mikroplastik? Nein danke!

Media

Protest in Leipzig - was haben wir gemacht?

Ein Drogerieregal mitten auf der Straße? Viele Passanten blieben an diesem Samstagmittag verwundert und interessiert vor unserer mannshohen Fotowand auf der Petersstraße stehen.
Was unser Kosmetika-Gebrauch mit Meeresverschmutzung zu tun hat, war vielen nicht bewusst. Und wie viel Mikroplastik-Kügelchen in einer Tube Peeling stecken, auch nicht, was wir ihnen durch Filtern plastisch vor Augen führten. Besonders spannend war für alle Passanten und auch für uns, selbstgemachte Alternativen auszuprobieren. Creme aus Kokosfett und Möhre, Shampoo mit Kastanie und Apfel und verschiedene Duschgels aus Kernseife und Tees hatten wir im Selbstversuch vorbereitet – Rezept und Erfahrungsbericht ist hier zum Nachlesen und unten zum Herunterladen.

Die Postkarten an Umweltministerin Hendricks wurden fleißig unterschrieben mit unserer Forderung: Ein gesetzliches Verbot von Kunststoffen in Kosmetika statt ineffektiver freiwilliger Selbstverpflichtungen!

Der Aktionstag am Samstag, 19.11.2016 unter dem Motto #wellemachen für den Meeresschutz fand zeitgleich in bundesweit rund 70 Städten statt.

Was ist das Problem?

Der Hintergrund: Plastikmüll im Meer stellt ein wachsendes Umweltproblem dar. Ein Greenpeace-Report vom Oktober 2016 zum aktuellen Stand der Mikroplastikforschung listet Funde und Folgen der Plastikbelastung von Fisch und Meeresfrüchten auf. So haben Wissenschaftler Mikroplastik bereits in gängigen Speisefischarten wie Thunfisch, Kabeljau und Makrele, aber auch in Garnelen und Muscheln gefunden. Außerdem zeigen Studien, dass Mikroplastik samt Schadstofflast in der Nahrungskette übertragen oder sogar angereichert werden kann. So landen die Plastikpartikel  oder flüssigen Kunststoffe unter Umständen auch auf unserem Teller. Zahlreiche der in Kosmetika eingesetzten Kunststoffe gelten als schwer oder nicht biologisch abbaubar, andere als giftig für wasserlebende Organismen. Für die meisten gibt es jedoch überhaupt keine oder nur sehr lückenhafte Kenntnisse über ihre Umweltverträglichkeit. Das widerspricht aus Greenpeace-Sicht dem Vorsorgeprinzip. „Erste Länder wie USA, Kanada und Großbritannien gehen das Mikroplastik-Problem bereits per Gesetz an. Deutschland muss jetzt mit einer umfassenden Regelung nachziehen“, sagt Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner.

Dass es auch ohne Kunststoff geht, zeigt die wachsende Bandbreite an Naturkosmetik sowie nicht zuletzt die selbst zu Hause angerührten Varianten. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Publikationen

Weiterführende Links

Shampoo, Creme und Duschgel herstellen - ein Selbstversuch

Tags