Internationaler Park(ing) Day

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Am 15.09. ist internationaler Park(ing) Day. Die Aktion wurde in San Franciso ins Leben gerufen und hat sich in den letzten Jahren zu einer Weltweiten Aktion des kreativen Protest für lebenswertere Städte entwickelt, in der Menschen Vorrang vor parkenden Autos haben. Wir gestalten dafür am Südplatz Parklücken zu Freizeitflächen um und protestieren für eine konsequente Verkehrswende.

Der Leipziger Südplatz hat mehr Potenzial, als nur Auto-Abstellfläche zu sein. Das zeigt sich am heutigen Park(ing) Day: Mit Rasenteppich, Stühlen, Tischen, Spielen und Musik verwandelt sich die Karl-Liebknecht Straße auf ca. 40m Länge am Südplatz vorübergehend in ein öffentliches Naherholungsgebiet. Heute findet der internationale Park(ing) Day statt, an dem Bürger in aller Welt Parkraum für einen Tag in kleine Stadtparks umwandeln. In vielen Stadtteilen haben parkende Autos heute mehr Platz als spielende Kinder, doch moderne Städte müssen zuerst die Bedürfnisse ihrer Bewohner decken, nicht die ihrer Autos. Das wird nur mit weniger Autos und einem umweltfreundlicheren Verkehr mit noch besseren Radwegen und einem attraktiven ÖPNV gelingen.

Noch dazu wächst gerade in Leipzig und anderen deutschen Städten die Einwohnerzahl in den letzten Jahren stark an. Entsprechend steigt auch die Konkurrenz um den begrenzten öffentlichen Raum. Autoverkehr ist dabei die rücksichtsloseste Form der Mobilität, was Gesundheitsfolgen und Flächenverbrauch angeht. Denn: Durchschnittlich 23 Stunden des Tages parkt ein Pkw ungenutzt und besetzt damit wertvollen öffentlichen oder privaten Raum. Ein Auto braucht dabei etwa fünf mal zwei Meter an Fläche. Alle 46 Millionen Autos in Deutschland besetzen demnach eine Standfläche von 460 Quadratkilometern – diese ist anderthalb so groß wie das Leipziger Stadtgebiet. Laut der vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie zum Umweltbewusstsein der Deutschen sind 91 Prozent der Befragten der Ansicht, dass weniger Autos in Städten die Lebensqualität verbessern. Die Studie online: http://bit.ly/2r81yh4

Verkehrswende für mehr Lebensqualität in Städten

Ein kürzlich veröffentlichtes Mobilitätsszenario zeigt, dass sich die Anzahl der Privatautos schon bis zum Jahr 2035 im Vergleich zu 2015 halbieren lässt. Voraussetzung dafür ist eine Verkehrswende, die den Radverkehr und den öffentlichem Nahverkehr konsequent ausbaut und damit attraktiver macht als das eigene Auto. Die verbleibenden Pkw würden außerdem kleiner sein und statt mit Verbrennungsmotoren mit Erneuerbaren Energien betrieben, sodass sich die Luftqualität verbessert und mehr Fläche für das öffentliche Leben zur Verfügung steht. Die Studie online: http://gpurl.de/We0ub

Andere Städte können Vorbilder sein: In Kopenhagen beispielsweise spielt das eigene Auto eine immer kleinere Rolle, während mehr Radverkehr, Car-Sharing und öffentlicher Verkehr die negativen Folgen privater Diesel- oder Benzin-Pkw vermeiden. Länder wie Frankreich, Norwegen oder China planen den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Deutschland muss hier nachziehen und den Umstieg auf umwelt- und lebensfreundlichere Verkehrsformen endlich konsequent voranbringen. Dafür protestieren wir zusammen mit vielen anderen Greenpeace-Ehrenamtlichen in Deutschland und der Welt an diesem Parking Day.

 

Weiterführende Links

Mehr Infos zur Verkehrswende
Park(ing) Day in Leipzig
Bericht mit Interview im MDR Sachsenspiegel