Fleisch ohne Geheimnisse

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Wissen Verbraucher, unter welchen Haltungsbedingungen das Schweinefleisch von Lidl und anderen Discountern hergestellt wird? Oft nicht. Kein Wunder, denn zurückverfolgen kann man das Fleisch in der Packung nicht. Und wenn dann noch das irreführende Label der "Initiative Tierwohl" darauf prangt, hat das kaum noch etwas mit Transparenz und Verantwortung für echtes Tierwohl zu tun. Greenpeace-Ehrenamtliche sprachen deshalb heute zeitgleich in 51 Städten vor Lidl-Filialen mit Verbrauchern über die dringend nötige ehrliche Kennzeichnung von Fleisch.

Der mannshohe Pappschwein-Aufsteller fiel vielen Passanten ins Auge. Und ob sie wissen, unter welchen Haltungsbedingungen das Schweinefleisch von Lidl und anderen Discountern hergestellt wird? Oft nicht. Kein Wunder, denn zurückverfolgen kann man das Fleisch in der Packung nicht. Und wenn dann noch das irreführende Label der "Initiative Tierwohl" darauf prangt, hat das kaum noch etwas mit Transparenz und Verantwortung für echtes Tierwohl zu tun.

Greenpeace-Ehrenamtliche sprachen deshalb heute zeitgleich in 51 Städten vor Lidl-Filialen mit Verbrauchern über die dringend nötige ehrliche Kennzeichnung von Fleisch. „Frag Lidl, wie ich leben muss!“, steht auf den Aufstellern und fordert die Kunden auf, per Postkarte ihre eigenen Fragen zur Fleischproduktion direkt an Lidl zu stellen. Denn bisher lässt sich nicht nachvollziehen, ob die Tiere leiden mussten, ob und wie Antibiotika eingesetzt wurden oder gentechnisch verändertes Tierfutter im Trog gelandet ist. Mit dem Aktionstag fordert Greenpeace Lidl auf, das zu ändern und mit gutem Beispiel voranzugehen. Der Discounter soll freiwillig und ehrlich auf den Produkten seiner Eigenmarke Landjunker Kunden über die Herkunft und die Haltung der Tiere informieren. In Dänemark zeigt Lidl bereits, dass es besser geht und verkauft dort Fleisch von Schweinen,  denen keine Antibiotika verabreicht werden, die nicht mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert werden und die ihre Ringelschwänze behalten dürfen.

Im Vorfeld hatte Greenpeace bei allen großen deutschen Supermarktketten nachgefragt, aus welcher Tierhaltung ihr Fleisch stammt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Supermärkte tun zu wenig, um sich von den schwachen gesetzlichen Mindeststandards abzuheben. Diese lassen es zu, den Schweinen ihre Ringelschwänze  abzuschneiden und sie ohne ausreichend Tageslicht, ohne Auslauf auf engstem Raum zu halten. Die Vorgaben der vom Einzelhandel ausgerufenen „Initiative Tierwohl“ sind kaum besser als die extrem niedrigen gesetzlichen Mindeststandards. Auch hier bleibt die Haltung der Tiere nach wie vor mangelhaft. Zudem landet Gentechnik im Futtertrog und den Landwirten werden keine fairen Preise gezahlt. 

Lidl und Aldi sind Preisdumper der Fleischbranche

Mit dem Logo der Initiative werben besonders Lidl und Aldi massiv auf ihrem Fleischangebot. Der Großteil des Fleisches kommt jedoch nicht aus Betrieben der Initiative, sondern aus umweltschädlicher Intensivtierhaltung mit riesigen Beständen. Schweinefleisch wird in Deutschland am meisten verzehrt: Vom durchschnittlichen pro-Kopf-Verbrauch von 59 kg Fleisch pro Jahr macht Schweinefleisch 37 kg aus. Dort anzusetzen und Verbesserungen der Haltungsbedingungen zu erreichen hätte also besondere Durchschlagskraft und Signalwirkung.

Wir fordern deshalb in einem ersten Schritt von Lidl:

  • kein Billigfleisch mehr zu verkaufen
  • zu erklären, wie er die Haltung seiner Tiere verbessern wird

Und insgesamt vom Lebensmittelhandel:

  • Mehr Transparenz: Klare Kennzeichnung zur Tierhaltung und Herkunft auf allen Fleischprodukten
  • Aktionsplan für eine bessere Produktion für das gesamte eigene Sortiment an Frischfleisch (inkl. Zeitangaben) - angefangen bei Schweinefleisch  
  • Förderung fleischloser Alternativen und Verzicht auf Billigfleisch-Angebote

Die Aktion kann auch mit dieser Protestmail unterstützt werden: https://www.greenpeace.de/lidl-hat-die-wahl

Publikationen

Weiterführende Links

Mitmachen: Protestmail unterschreiben "Lidl hat die Wahl"
Informieren: "Initiative Tierwohl" und andere Label
Das große Ganze: Landwirtschaft, Ernährung, Zukunft

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