Fashion Revolution Week Leipzig

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Am  24.04.2013  stürzte  die  Textil-Fabrik  Rana  Plaza  in  Sabhar,  25  km  nordwestlich  der  Hauptstadt Dhaka in Bangladesch ein. Über 1100 Menschen kamen bei dem verheerenden Unglück ums Leben. Denn obwohl die akute Einsturzgefahr bekannt war, wurden die ArbeiterInnen unter Druck gesetzt,
in die Fabrik zu kommen. Auch deutsche Textilfirmen ließen hier produzieren. Der Fashion Revolution Day am 24.04. erinnert an diesen Tag und an die unhaltbaren Arbeitsbedingungen, die noch immer in den Textilfabriken auf der ganzen Welt herrschen.


Das Rana-Plaza-Unglück ist international zum Symbol für die unhaltbaren Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie geworden. Auf der Tagesordnung stehen noch immer überlange Arbeitszeiten,  Hungerlöhne,  unzureichender  Gesundheits-  und  Arbeitsschutz  oder  das  Verwehren  gewerk-
schaftlicher Rechte. Akteure wie die Kampagne für Saubere Kleidung fordern deshalb, dass Modefirmen auch hierzulande Verantwortung für die Produktionskette ihrer Produkte übernehmen. Schließlich verfügen sie als Auftraggeber über einen großen Einfluss. Diese Sozialverantwortung (Corporate Social Responsibilty – kurz CSR) stärker wahrzunehmen ist auch das Ziel des Textilbündnisses, das der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller nach dem Rana-Plaza-Unglück  initiiert  hat.  Die  genaue  Ausformung  des  Bündnisses  bleibt  abzuwarten.  Nichtregierungsorganisationen  wie  die  Kampagne  für  saubere  Kleidung,  Amnesty  International  oder  Greenpeace sowie verschiedene politische Parteien fordern jedoch weiterhin die Verankerung gesetzlicher Standards anstatt ausschließlich freiwilliger Selbstverpflichtungen.  
Besonders die schnelllebige, billige Mode (Fast Fashion) sorgt für einen Preis- und Zeitdruck, der entlang der Lieferkette bis in die Nähfabriken Asiens weitergegeben wird und zu katastrophalen Arbeitsbedingungen, Umweltbelastungen und Ressourcenverschwendung beiträgt.  
 

Aus  diesem  Grund  macht  das  Bündnis  in  diesem  Jahr  während  einer  ganzen  Fashion  Revolution Week auf die Bedingungen in der globalen Textilproduktion aufmerksam. In der Woche vom 24.04. – 29.04.  widmen  sich verschiedene  Veranstaltungen diesem Thema.  Alle  Informationen  dazu  unter: www.leipzig-handelt-fair.de/fashionrevolution und hier die Veranstaltungen im Einzelnen:
 

***Donnerstag 20.04.2017 19:00*** 
Vortrag von Amnesty International "Billig kommt teuer - Wer macht deine Kleidung?"  
Ort: Frauenkultur e.V. Leipzig (Windscheidstraße 51) 
Billig kommt die Näherinnen teuer zu stehen. Bangladesch ist zweitgrößter Produzent von Bekleidung - gleich hinter China. Nirgendwo außer in Myanmar, sind die Löhne niedriger. Die Textilindustrie hat das Land verändert. Doch die Lasten tragen vor allem die Näherinnen. Bernhard Hertlein und Jeba Habib berichten über ihre Recherchen vor Ort. Bernhard ist Journalist und seit vielen Jahren Sprecher der Bangladesch-Ländergruppe von Amnesty International. Jeba stammt aus Bangladesch. Sie hat mit ihm gemeinsam Textilarbeiterinnen besucht, darunter auch Opfer des Fabrikeinsturzes von Rana Plaza. 
https://www.facebook.com/events/1448751351810579/ 
 

***Samstag 22.04.2017 20:00*** 
Radwanderkino im zeichen der Fashion Revolution
Treff: Grassimuseum, Johannisplatz, 04103 Leipzig, Deutschland 
Zusammen mit dem ADFC Leipzig e.V. fahren wir durch die Südstadt und projizieren zwischendruch ein paar Filme vom Lastenrad an Hauswände. Als Auftakt zur Fashion Revolution Week dreht sich alles um Textilproduktion, von den Schattenseiten der Fast Fashion bis hin zu zukunftsweisenden Initiativen. 
https://www.facebook.com/events/1895883727292571/ 
 

***Montag 24.04.2017 11:00*** 
Offizielle Eröffnung mit Info- und Presseaktion "Rana Plaza ist nicht vergessen" auf dem Marktplatz 
 
***Dienstag 25.04.2017 16:00 *** 
Konsumkritische Stadtführung (Mode und anderer Konsum) 
Treff: Vor Primark Leipzig 
Der Eine Welt e.V. Leipzig lädt zur Stadtführung "Globalisierung im Alltag", diesmal mit Schwerpunkt auf Kleidung. Wir erinnern an die Arbeitsbedingungen der Textilindustrie, beschäftigen uns mit unserem eigenen Konsum und mit Alternativen. Weitere Themen sind das Discounterprinzip, Fast Food und der faire Handel. Dabei zeigen wir sowohl negative als auch positive Beispiele und Ansätze in Leipzig. 

***Dienstag 25.04.2017 19:30*** 
Vortrag über „Baumwollanbau in Usbekistan/Brasilien"  
Ort: Stadtbüro, Katharinenstr. 2 
Die Referentinnen des SAGart e.V., Layloma Djymaniyanzova, die aus Usbekistan stammt und Eliangela Almeida Rist, die in Brasilien aufwuchs, berichten über die ökologischen und sozialen Folgen des Baumwollanbaus, wie der hohe Wasserverbauch oder der Einsatz von Chemikalien.  
https://www.facebook.com/events/414996272193588/ 
 

***Mittwoch 26.04.2017 18:00*** 
MittwochsATTACke Spezial: Film und Diskussion. "Todschick"
Ort: Schaubühne Lindenfels 
 Attac und die GlobaLE zeigen den Film "Todschick - Die Schattenseite der Mode" (2016). Der Eintritt ist frei. Bei der Textilproduktion in den Billiglohnländern werden nicht einmal die Menschenrechte eingehalten. Können Selbstverpflichtungen der Unternehmen diese Misere beenden oder müssen weltweit wirksame Gesetze her? Wir begleiten die Rechtsanwältin Marie Laur Guislan bei der Beweisaufnahme im Fall des Französischen Konzerns AUCHAN nach Bangladesch, denn in den Trümmern des Rana Plaza Gebäudes wurden auch ein Markenzeichen von AUCHAN gefunden. Parallel dazu verabschiedet Frankreich ein neues Gesetz. Nun müssen international operierende Konzerne für die Einhaltung der Grundrechte entlang der gesamten Lieferkette haften. Dagegen setzt Deutschland weiter auf Selbstverpflichtungen der Unternehmen, Siegel und Zertifikate. 
https://www.facebook.com/events/594997060709272/ 
 

***Donnerstag 27.04.2017 20:00*** 
"Das Geschäft mit den Altkleidern" - Film und Diskussion,  
Ort: Mühlstraße 14 e.V. 
KonsumGlobal Leipzig  lädt ein: 
Die Altkleidersammlung ist ein lukratives Geschäft, das nicht nur Kommunen und Hilfsorganisationen, sondern auch gewerbliche Anbieter betreiben.  Doch wie läuft das Geschäft mit den Alttextilien eigentlich ab? An diesem Abend gehen wir dieser Frage nach. Mit einem Film zum „Geschäft" und anschließender Diskussion wollen wir einen Einblick gewinnen - auch wie es in der Stadt Leipzig läuft. 
https://www.facebook.com/events/1279424985485078/
 

***Samstag 29.04.2017, 12:00-18:00*** 
Besonderes Highlight und Abschluss der Fashion Revolution Week ist der Aktionstag am Samstag, den 29.4. auf dem Nikolaikirchhof. Dort gibt neben einer Modenschau mit nachhaltiger produzierter Kleidung  unter  anderem  einen  Kleidertausch  und  eine  Reparier-  und  Upcyclingecke.  Am  Infopoint und  durch  Gespräche  mit  den  Beteiligten  können  Besucher  sich  über  das  gesamte  Themengebiet sowie Möglichkeiten des fairen Modekonsums in Leipzig informieren.  An vielen Stellen gibt es Mit-
machangebote, an denen sich die Besucher aktiv beteiligen können, beispielsweise durch Tauschen und Upcyceln eigener Kleidung.


An der Vorbereitung der „FashionRevolution Week Leipzig 2017“ beteiligten sich Greenpeace Leipzig, Eine Welt e.V. Leipzig, oikos Leipzig e.V., Steuerungsgruppe Fairtrade Town Leipzig, KonsumGlobal Leipzig,  Leipzig  fairkleiden,  SagArt  e.V.,  Amnesty Leipzig  Jugendgruppe,  die  Kampagne  für  saubere Kleidung sowie little kiwi, Kunst & Katze und weitere Designer und Vertreiber ökofairer Mode.

 

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