1.000 Wimpel für Energiewende

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Vorbei am Kohlekraftwerk Böhlen-Lippendorf und mit Blick auf den Tagebau Vereinigtes Schleenhain führte unsere Radtour aus Leipzig nach Pödelwitz. Im Gepäck: eine Kette aus 1.000 bunten Wimpeln mit Grußbotschaften von mehr als tausend Menschen aus ganz Deutschland. In einer gemeinsamen Aktion hingen Greenpeace-Aktivisten zusammen mit Anwohnern und Unterstützern aus der Region die rund 500 Meter lange Leine im Dorf auf.

Greenpeace-Gruppen und Förderer aus ganz Deutschland hatten in den vergangenen Monaten Wimpel für Pödelwitz gestaltet. Denn: Nach aktuellen Plänen des Kohlekonzerns MIBRAG soll Pödelwitz 2028 dem Erdboden gleich gemacht werden. Das 700 Jahre alte Bauerndorfsoll für einen Braunkohletagebau zerstört werden, der nicht kommen darf.  Das 2015 in Paris beschlossene Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, bedeutet für Deutschland, dass die letzten Braunkohlekraftwerke spätestens im Jahr 2030 vom Netz genommen werden müssen. Das bedeutet auch, dass keine neuen Tagebaue erschlossen werden dürfen. Außerdem müssen auch die Abbaumengen in schon genehmigten Feldern begrenzt werden.

Deutschland hat seine Stromexporte in den letzten fünf Jahren verzehnfacht (s. aktuelle Studie: http://bit.ly/2gpdfMA). Immer öfter müssen Anlagen mit Erneuerbaren Energien abgeschaltet werden, weil Braunkohlekraftwerke das Netz verstopfen. Die Kohlekraftwerke sind nicht dafür konzipiert, sich in einer Geschwindigkeit regeln zu lassen, die für das Stromnetz der Zukunft erforderlich ist. Im Zeitalter der Energiewende muss sich der fossile Kraftwerkspark an die Erneuerbaren Energien anpassen und nicht umgekehrt.

Greenpeace fordert daher ein Kohleausstiegsgesetz, welches verbindliche Reststrommengen für alle deutschen Kohlekraftwerke festlegt. Ein solche Regelung brächte Sicherheit für Betroffene auf beiden Seiten. Weder Dorfbewohner noch Kohlearbeiter müssten in Ungewissheit leben. Die dringend notwendige Planungssicherheit für einen Strukturwandel in den betroffenen Regionen wäre gegeben.

Weiterhin auf Braunkohle zu setzen und damit Menschen aus ihren Dörfern zu drängen und den Klimawandel anzuheizen ist unzeitgemäß und unverantwortlich. Deshalb setzen wir uns weiterhin mit vielen Leipzigern gemeinsam dafür ein, dass die Braunkohle unter der Erde und Pödelwitz auf der Landkarte bleibt.

 

Publikationen

  • PDF icon Presseerklärung vom 09.09.2017: Wimpel-Aktion in PödelwitzPDF |151.4 KBPödelwitz (Leipzig), 9. 9. 2017 – Seit heute wehen mehr als 1000 bunte Wimpel über den Straßen des vom Tagebau bedrohten Dorfes Pödelwitz. Greenpeace-Aktivisten haben insgesamt rund 200 Meter lange Leinen mit Wimpeln zwischen den Häusern der Bewohner gespannt. Auf die circa 40 Zentimeter großen Wimpeln haben Menschen aus ganz Deutschland Grußbotschaften geschrieben. Sie senden damit ein Zeichen der Solidarität an die Pödelwitzer.

Weiterführende Links

Pödelwitz, Sachsen und die Braunkohle